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Mir fehlt die gesellschaftliche Diskussion darüber, ob wir eigentlich wollen, dass alle eine 'Digitale Identität' haben, die eindeutig einer Person zugeordnet werden kann.

Das scheint unaufhaltbar, das ganze Konzept ist weit fortgeschritten, aber ich finde nicht, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

Ja, auch wegen der deutschen Geschichte.

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Dazu stelle ich jetzt die Frage in den Raum eine "digitale Identität" oder "eine digitale Identität"? Der Unterschied? Ganz einfach, ich habe bei verschiedenen Plattformen Accounts, aber es gibt keine Möglichkeit diese einander zuzuordnen. Mit "einer digitalen Identität" hätte ich überall den Gleichen Account. Das will ich vielleicht ja gar nicht.
Das Zweite ist, wenn es einen digitalen Account gibt, was ist wenn ich eine Funktion davon nicht will?
Hier werden das vermutlich wenige für wünschenswert halten, aber für viele Menschen wird das einfach praktisch und bequem sein.
Ja, das die Geschichte mit "praktisch und bequem" vs. "sicher"!

Viele würden darauf einstigen, wenn man da ein opt-out vorsetzen würde: Wegen "bequem" ... Hoffe Institutionen wie CCC und @Digitalcourage e.V. bewahren uns vor sowas!

jedie reshared this.

da kann ich mich nur anschließen. Sollte hier ein Diskurs geschehen sein, so habe ich nichts davon wahrgenommen. Und eben gestern hier einen Beitrag dazu gelesen der genau in diese Kerbe trifft: https://mastodon.social/@victorhck/107588204930382426
Gesetzte/Gerichte sagten bisher nein … und das finde ich gut

* Anonymes anmelden bei webdiensten
* Keine personennummern (obwohl wir mittlerweile die Steuer-ID haben)
* …

Allerdings müssen wir da dringend drüber reden, auf jeden Fall.
Impfregister und digitaler Personalausweis mit den online-Möglichkeiten zeigen ja schon in diese Richtung

Und als nur einen der vielen gefährlichen Punkte zeige ich auf die amerikanische Sozialversicherungsnummer & Mißbrauch
@heyray
@the_halmaturus
Jaaa, und dann verknüpfen wir nicht nur das Finanzamt sondern auch Waffenregister, Verbrecherdatenbank, Bankkonten (Bargeld wird abgeschafft), Schufa, Krankenkassenkarte, Handynummer, den Verkehr und den Einzelhandel dann damit. Weils es so praktisch ist. Was kann da schon passieren. Ihr habt doch alle nichts zu verbergen - oder?
Wir hatten schon in den Anfängen des CCC darüber gesprochen, dass genau DAS verhindert werden muss. Es ist ein Axiom aller digitalgesellschaftlichen Arbeit.
Es ist schon dramatisch genug, dass von privaten Firmen digitale Identitäten erstellt werden, die alle Onlineaktivitäten zu "einer digitalen Identität" verknüpfen möchten.

Wenn die Regierung "die eine Identität" ihrer Bürger erstellen möchte, dann läuft es mir kalt den Rücken runter.
Nur eine Identität, und die auch noch verpflichtend, und wir sind sofort in einem Alptraum.

Jeder hat verschiedene Identitäten. In der Firma bin ich abwechselnd im Incident-, Problemmanagement, in Design oder Architektur. Projekt- oder Servicemanagement. In Ausbildung oder Ausbilder. Als Trottel oder Genie unterwegs.

Verschiedene Identitäten sind wichtig. Nur eine ist viel zu teuer: Im Beruf bräuchte man vieeeeeel Personal, das vielfach die Zeit nur absetzt. Im privaten wäre jede natürliche Person nur noch ein Opfer.

Ausweg wäre, wie teilweise jetzt schon zu beobachten: man legt sich dutzende juristische Personen an und macht daraus einen undurchsichtigen Spagettihaufen.

Überhaupt: natürliche Personen müssen mehr Rechte haben als juristische.
Ich denke hier kommen nun viele unterschiedliche Gründe zusammen, doch der Tenor ist der gleiche.
Es wird gefährlich wenn dies gemacht wird.

Doch dies kann auch nur eine Echokammer des Fediverse sein. Vielleicht spiegeln Dir die User aus der Twitterwelt etwas anderes vor. Ich für mich erwarte dort nur Bequemlichkeit als Argument.
Die Begriffe "gläserner Bürger" und "chinesische Verhältnisse" waren bezogen auf Daten hierzulande seit jeher negativ besetzt.

Dabei gehen wir schrittweise genau in diese Richtung. Dass die Sammlung und Verknüpfung von Daten hier zuerst im Stillen von der Privatwirtschaft betrieben wurde, fand ich nie besser. Der Staat holt nun auf, überwacht, verknüpft und fängt auch vereinzelt an, aus finanziellen Gründen Daten zu verkaufen.

Bequemlichkeit und Unwissen lassen Dystopien wahr werden.
Ich finde digitale Identitäten sind nicht mit der realen Person zu verwechseln.

Auch aus einer doppelten Perspektive.
1. Wir bleiben nie der selbe Mensch der wir derzeitig sind. Wir ändern uns.

2. Digitale Identitäten sind Personae die ich mir überstreifen , mit denen ich spielen, Fehler machen kann, ohne das es unmittelbar ins RL durchschlägt.

Die Idee der Eindeutigkeit (True/False) entspricht IMO einer technisch-digitalen Denke sowie einer autoritären Denke. Ich mag das nicht.
Wurde jemals gesellschaftlich "ausreichend" diskutiert, bevor so etwas eingeführt wurde - der Markt macht das schon und die menschliche Bequemlichkeit tut ihr übriges dazu 🤷‍♂️.
Aber stimmt, Mensch soll nie aufhören zu träumen.